Placevaventura | Traumreiter
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Traumreiter

In galoppierender Geschwindigkeit war ich wieder Kind. Zurückversetzt in eine Zeit, in der Träume mein ständiger Wegbegleiter waren. Fluten des Glücks, Wehmut und Hoffnung durchströmten mich letzte Woche, ausgelöst durch einen Werbespot mit Tiefgang.

Wunschtraum

Bereits in frühen Kinderschuhen habe ich mir Träume geschaffen, geformt und für die Zukunft zurechtgelegt. In schlechten Phasen dienten sie als Ventil und Hoffnungsschimmer, in guten Zeiten als Antrieb und Glücksmotor, um mich vor der damals noch weitentfernten Welt der Erwachsenen bestmöglich vorzubereiten. Ein weiser Mensch in meiner Familie pflegte mal zu sagen: „Nur wer Träume hat, ist lebendig.“

Nimm dir Zeit, um zu träumen. Das ist der Weg zu den Sternen. Redewendung aus Irland.

Und genauso lebendig fühlte ich mich vergangene Woche in der Spanischen Hofreitschule. Gefangen in einer Wolke aus Kummer, Lethargie und einer unergründlichen Schwere zerbrach mit einem Mal diese bleischwere Last und in Vergessenheit geratene Gefühle und positive Wellen an Glück trafen mich mitten ins Herz. Und all’ diese emotionale Wucht entsprang aus einem einzigen Film, genauer gesagt einem 40-minütigen Werbespot der Make a Wish Foundation mit einem Lipizzaner und einem kleinen Mädchen als Protagonisten.

Eine Reise in die Vergangenheit

Jetzt sind es doch schon einige Jahre, die ich in beruflicher Hinsicht im Marketing verbringe. Und gerade, weil dieser Bereich kreativen Spielraum bereithält, ist es bemerkenswert, wenn Marketing emotionale Spuren hinterlässt. Make A Wish und ihre Werbekompanen, niemand anderer als Kreativpioniere Demner, Merliczek und Bergmann, haben einen großen Traum gelebt und diesen zum Leben erweckt. Eindrucksvolle Szenen eines galoppierenden Pferdes, das keine Hürden kennt, um sein Ziel zu erreichen: ein entzückendes, schwerkrankes Kind, das sich einen Gefährten herbeisehnt. 40 Sekunden, die mich zu meinem kleinen Ich in die Vergangenheit reisen ließen. Ein 9—jähriges Ich, das sich an nichts mehr erfreute als an den regelmäßigen Reitstunden, die ihr ihr Opa schenkte. Jeden Sommer kehrte sie mit ihrer Ausrüstung in Kronberg ein und rannte förmlich zu ihrem Kompanen und besten Freund: Poncho, ein Wallach mit spanischen Wurzeln. Er blickte sie jedes Mal mit seinen tiefbraunen, treuen Augen an, begrüßte sie mit einem auffordernden Blick und leichtem Stupser, bevor es endlich auf eine erneute, gemeinsame Reise ging.

Traum(a)

Jahre über Jahre verbrachte ich meine Kindheit in diesem Gestüt, mit meinem Gefährten und besten Freund Poncho und meinem Opa als treuer Zuseher. Das Pferd war alles für mich, lehrte mir so viel und doch sprach es nicht. Wenn ich auf seinem Rücken saß, unsere Bewegungen eins waren und ich mit ihm über das Feld galoppierte, dann wusste ich, ich träume nicht mehr, nein ich lebte, bis zu dem einen Tag, als wir beide zu Sturz kamen. Ausgelöst durch zwei andere Pferde, die ihn rammten, stieg er hoch, sodass ich keinen Halt mehr fand und mit einem Salto nach hinten flog. Damals wusste ich es noch nicht, aber dieser Moment hinterließ tiefe Spuren in uns beiden. Poncho war ab dem Zeitpunkt nicht mehr reitfähig und ich ließ mich auf kein anderes Pferd mehr ein. Wem konnte ich denn trauen, wenn nicht Poncho? Und auf ihn war leider kein Verlass mehr, denn er selbst hatte das Vertrauen verloren…

Zeit zu träumen

Nun stand ich in dem verzierten Saal der Spanischen Hofreitschule, sah auf den Bildschirm und biss mir auf die Lippen, um die drängenden Tränen zurückzuhalten. Es packte mich so dramatisch, dass ich nicht wusste, wohin mit meinen Gefühlen. Gefühle, die ich schon glaubte vergessen zu haben. Glücksströme der Freiheit zu träumen, wieder Kind zu sein und sich zu erinnern, dass Träume ein Leben lang gelten, selbst wenn man erwachsen ist.

Die Make A Wish Foundation erinnerte mich wieder daran, was es bedeutet, Träume zu haben und diese zu leben. Dabei spielt Alter keine Rolle. Sie haben es sich als Ziel gesetzt, schwerkranken Kindern ihre Lebensträume zu erfüllen, um ihnen wahres Glück zu schenken. Lebensglück, das ihnen dabei hilft, ihre Krankheit zu ertragen und für einen Moment zu vergessen. Gerührt und beeindruckt von so viel Güte in dieser heutigen, egomanischen Welt, möchte ich von Herzen Teil davon sein und ein Stück helfen. Tragt eure Träume nach draußen, lasst euch von dem Spot inspirieren und setzt ein Zeichen für Make A Wish, ihre Wunschkinder und den Mut zu träumen.

Ich habe mir inzwischen schon einige Träume erfüllt, angefangen mit Comepass, fortgesetzt mit meinem Lebensanker und Mädchen Solana und fortlaufend mit dem Ziel, in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft, frei zu sein wie ein Vogel. Welche Träume haben euch lebendig gemacht? Habt ihr bereits aufgehört oder schon angefangen zu träumen?

Eure Eva

Eva Kaiblinger
contact@placevaventura.com

Person und Bloggerin mit Herz und Leidenschaft für Sport & Fitness, Hunde und das Tanzen.

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